Beugesehnenverletzung Nachsorgefehler

Fehler in der Nachsorge von Beugesehnenverletzungen:

Fehlen gravierende Begleitverletzungen an Knochen, Gefäßen oder Nerven, so wird eine Beugesehnenverletzung an den Beugesehnen der Finger in aller Regel innerhalb der ersten Woche in der Technik nach Kleinert nachbehandelt.

Das Nachsorgeprogramm nach Kleinert wird in einer Schiene durchgeführt (vgl. Abbildung). In dieser Schiene darf aktiv gestreckt werden. Der Zug der Strecksehnen gefährdet die Beugesehnennaht nicht.

Kleinert_Behandlung1Prinzip der Nachsorge nach Kleinert:

Der Verletzte streckt langsam aktiv die Finger gegen den Zug des Gummizügels.

Kleinert_Behandlung2Sind die Finger gestreckt, und werden dann alle Muskeln entspannt  (sowohl Strecker als auch Beuger) kommt es in Folge des Gummizugs zu einer Beugung der Finger.

Bei diesem Übungsprogramm gleitet die Beugesehne in den engen Kanälen, ohne dass auf die Nahtstellen ein wesentlicher Muskelzug übertragen wird.

Um eine korrekte Nachsorge zu gewährleisten eine eingehende Instruktion des Verletzten durch den Arzt oder den Physiotherapeuten notwendig. Die Nachbehandlung nach Kleinert kann nur nach einer entsprechenden Unterweisung des Verletzten korrekt von diesem vorgenommen werden.

Abweichend von dieser Nachbehandlung ist eine langdauernde Ruhigstellung der Beugesehnenverletzung gerechtfertigt, wenn:

  1. die Verletzung ein Kind betrifft
  2. die Verletzung einen nicht verständigen oder einen unzureichend kooperativen Patienten betrifft
  3. wenn gravierende Begleitverletzungen – wie Knochenbrüche oder Nervennähte – andere Prioritäten verlangen.
  4. Der Daumen verletzt ist

In aller Regel sind fehlerhaft bei der Krankengymnastik, wenn innerhalb der ersten 6 Wochen passive Streckbehandlungen der Gelenke ohne Respektierung der Schmerzgrenze  vorgenommen werden.
Hier besteht die große Gefahr, die Nahtstelle der Sehne zu belasten und einen sekundären Sehnenriss zu provozieren.

Fazit:

Die Nachbehandlung erfordert eine individuelle Instruktion des Verletzten entweder durch den Arzt oder den Krankengymnasten. Die Nachsorge nach Kleinert kann ohne diese Unterrichtung nicht sachgerecht vom Verletzten vorgenommen werden.

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