Riss der langen Bizepssehne

Risse der langen Bizepssehne (degenerative Ursachen)

Der knöcherne Ursprung der langen Bizepssehne liegt am Schulterblatt. Die lange Bizepssehne zieht am schultergelenksnahen Oberarm durch eine Knochenrinne und zieht dann durch das Schultergelenk bis zu ihrem Ansatz oberhalb der Gelenkpfanne des Schultergelenks.

Die lange Bizepssehne hilft u. a. mit, den Oberarmkopf – der wesentlich größer als die Schultergelenkspfanne ist – in der Pfanne  des Schultergelenkes zu zentrieren.

Verlauf der langen Bizepssehne am Oberarm

Für das weitere Verstehen des unten gesagten, ist es wichtig zu wissen, dass die lange Bizepssehne in einer Knochenrinne am Oberarm verläuft! (roter Pfeil)

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Ruptur der langen Bizepssehne

Beim Riss der langen Bizepssehne rutscht die lange Bizepssehne mit dem abhängigen Muskelanteil des Bizepses in Richtung Ellenbogen. (blauer Pfeil)

Dies macht die Diagnose im klassischen Fall für den erfahrenen Arzt zu einer Blickdiagnose.

Bei der Beurteilung des Zusammenhangs zwischen einem Riss der langen Bizepssehne und einem angeschuldigten Trauma spricht gegen einen Unfall:

Im Röntgenbild, MRT oder bei sonstigen Untersuchungen nachgewiesene arthrotische Veränderungen im Bereich des Schultergelenks oder des Oberarms.

Begründung:

Die lange Bizepssehne verläuft in einer Rinne am körpernahen Oberarm. Im Bereich des Oberarmkopfes wird sie wie ein Seil in einer Winde umgelenkt. Sie ist mechanisch durch das Gleiten in der Knochenrinne einem Abrieb ausgesetzt, wenn die Knochenrinne im Oberarmbereich nicht völlig glatt ist.

Durch arthrotische Veränderungen in der Knochenrinne, kommt es hier zu einer Veränderung des primär glatten Sehnengleitlagers durch  Knochenwülste. So kann sich die Sehne allmählich aufreiben. Somit spricht der Nachweis von arthrotischen Veränderungen im Bereich des Schultergelenks für einen degenerativen Sehnenschaden.

Weiterhin spricht gegen einen unfallbedingten Sehnenschaden das rein willentliche Anheben von Gewichten.

Begründung:

Sehnen übertragen die bei der Muskelkontraktion entstehende Zugkraft auf den Knochen. Der Versuch, eine zu schwere Last willentlich anzuheben, führt zum Versagen des beanspruchten Muskels. Jede gesunde Sehne vermag die willentlich aufgebrachte Muskelkraft auch auf den Knochen zu übertragen. Hier ist die Sehnenreißfestigkeit einer gesunden Sehne weit größer, als die vom Muskel erreichbare Zugkraft.

Das “Überbeanspruchen“ eines Muskels bei körperlich harter Arbeit im Zusammenhang mit einem Riss der langen Bizepssehne spricht somit für eine im Wesentlichen degenerative Genese der Sehnenruptur und gegen einen Unfallzusammenhang.

In Kürze:

  • Ein rein willentlichen Anheben auch eines schweren Gegenstandes oder das Überarbeiten spricht für einen degenerativen Riss der

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