BK-2103 Ellenbogengelenk

Das Ellenbogengelenk bei der Begutachtung einer BK-2103

Das Ellenbogengelenk wird von drei Knochen gebildet. Es sind dies der Oberarmknochen sowie die beiden Unterarmknochen Speiche und Elle. Der umgangssprachlich als Ellenbogen bezeicnete Gelenkabschnitt besteht anatomisch betrachtet aus drei verschiedenen Gelenken.

Ellenbogen_BK-2103_apl     Ellenbogen_BK-2103_seitlich

1.     Gelenk zwischen Oberarm und Elle

2.     Gelenk zwischen Oberarm und Speiche

3.     Dem körpernahen Ellen- Speichendrehgelenk

Etwas vereinfachend ausgedrückt findet die Beuge- und Streckbewegung in den beiden Gelenken zwischen Oberarm- und den beiden Unterarmknochen statt.

Die Drehbewegung des Unterarms und der Hand findet im körpernahen (und körperfernen) Drehgelenk zwischen Elle und Speiche statt. Hierbei drehen sich die Unterarmknochen umeinander.

Wird eine Arthrose im Ellenbogengelenk gefunden, so kann es hierfür 3 verschieden Ursachen geben:

1.     Spätfolge eines Unfalls mit Knochen- oder Bandschädigung

2.     Anlagebedingte Arthrose aus innerer Ursache (zum Beispiel   vererbt)

3.     Vibrationsbedingter Schaden

Wie bereits in den vorausgegangenen Ausführungen betont, kann anhand der Knorpelveränderung die einzelne Ursache nicht differenziert werden.

Eine Unfallfolge ist jedoch meist für den erfahrenen Arzt gut zu erkennen, da ein Unfall in der Nähe eines Gelenkes meist dauernde nachweisbare Folgen hinterlässt.

Es sind dies zum Beispiel Fehlstellungen an ehemals gebrochenen Knochen, die auch noch nach Jahren und Jahrzehnten, wenn der Bruchspalt längst verheilt ist, gut gesehen werden können.

Arthrose_Ellenbogen_post_traumatischDie Abbildung ist ein Beispiel für eine Arthrose im Ellenbogengelenk.

Der weiße Pfeil zeigt auf die von einer schweren Arthrose betroffenen Region zwischen Oberarm und Elle

Der Speichenkopf (abgeknickte blaue Linie) zeigt die erhebliche Fehlstellung, in der die Fraktur verheilt ist und somit zu der schweren Arthrose führte

In obiger Abb. kann die Arthrose zweifelsfrei auf ein zurückliegendes Trauma zurückgeführt werden. Hier ist lange zurückliegend ein Bruch des Speichenköpfchens an der Fehlstellung (Achsenabknickung) für den erfahrenen Arzt gut zu erkennen.

Für den gutachterlich tätigen Arzt kann es hier sehr hilfreich sein, ein altes Krankheitsverzeichnis der Krankenkassen oder der Berufsgenossenschaften heranzuziehen.  Besonders hilfreich sind alte Röntgenaufnahmen, die anlässlich eines lange zurückliegenden Unfalls angefertigt wurden. Gerade solche Unfälle, die über viele Jahre keine Beschwerden mehr machten, werden vielfach von Betroffenen kaum noch in ihrer Bedeutung erinnert.

im Kontext BK- 2103 und Ellenbogen ist auch lesenswert:

(Sonderform: Osteochondrosis = freie Gelenkkörper)

in Kürze:

  • Bei der Berufskrankheit 2103 ist das Ellenbogengelenk in ca. 70% aller Fälle von arthrotischen Veränderungen betroffen.
  • Liegt im Röntgenbild des Ellenbogens eine  Arthrose vor und kann radiologisch und anamnestisch kein Hinweis auf ein zurückliegendes Trauma gefunden werden, so spricht bei entsprechender Arbeitsanamnese der Nachweis einer Arthrose des Ellenbogengelenkes sehr stark für einen Zusammenhang im Sinne einer BK 2103.
  • Arthrosen des Ellenbogengelenkes ohne Unfall und ohne gravierende Arthrosen anderer Gelenke sind  selten.

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