BK 2103 Gelenkkörper

Freie Gelenkörper im Ellenbogen als Folge ein BK-2103

Bei der Osteochondrosis (besser „Pseudo-Osteochondrosis“) führt die ständige Vibration und die Stoßwirkung des Speichenkopfes (Radiusköpfchen) gegen die Oberarmrolle zu einer Schädigung von Knochenpartien, die unmittelbar unter dem Knorpel liegen.

Hierdurch kann sich ein Stück bestehend aus Knochen und Knorpel aus seiner Ursprungszone lösen und als freier Gelenkkörper in das Ellenbogengelenk hineingeraten.

Diese losgelöste Knochen-Knorpelstück wird auch als „Maus“ und die Ursprungsstelle als „Mausbett“ bezeichnet.

Maus_EntstehungDie Abb. zeigt eine sogn. Gelenkmaus – d.h. eine Stück aus Knochen und Knorpel – das im Begriff ist, sich aus dem Knochen herauszulösen

Abzugrenzen ist von der Osteochondrosis, die durch Arbeiten an druckluftgetrieben Werkzeugen entsteht, die Osteochondritis dissecans.

Bei einer Osteochondritis dissecans kommt es zu einem Absterben kleiner Knochenpartien, die unmittelbar unter dem Gelenkknorpel liegen. Jener Knochenbereich, der unter dem Knorpel liegt und abstirbt, (Knochennekrose) ist meist nicht viel größer als eine Linse. Der darüber liegende Gelenkknorpel bleibt meist am Leben und wird von der Gelenkflüssigkeit des betroffenen Gelenkes ernährt.

Die Erkrankung Osteochondritis dissecans befällt besonders (im Folgenden nach Häufigkeit aufgezählt)

  • Das Knie (und hier besonders den zum Oberschenkel gehörenden Teil).

  • Den Ellenbogen (und hier besonders den Teil des Oberarmes der dem Speichenköpfchen gegenüberliegt)

  • Die Fußwurzel (hier besonders den Talus)

  • Das Hüftgelenk

Befindet sich das abgestorbene Knochenstück mit dem darüber liegenden Knorpel noch an seinem Ursprungsort, so sind die Beschwerden, die ein Betreffender erleidet, relativ milde. Starke Beschwerden treten jedoch meist auf, wenn sich das abgestorbene Knochenstück mit dem darüber liegenden Knorpel ablöst und in den Gelenkbereich gelangt.

Das Dissecat (bestehend aus abgestorbenem Knochen und dem darüber liegenden Knorpel) hinterlässt ein charakteristisches Mausbett. Das Dissecat selbst wirkt nun in dem betreffenden Gelenk als freier Gelenkkörper. Setzt sich dieser freie Gelenkkörper (die Maus) so zwischen die bewegenden Knochen oder Gelenkbänder, dass deren Funktion beeinträchtigt wird, so kann es ganz akut zu Blockierungen der Gelenkmechanik kommen.

Von dieser meist im Kindes- und Jugendalter auftretenden Erkrankung unbekannter Genese, unterscheidet man besser sprachlich als Pseudo-Osteochondrosis, eine ähnliche Situation am Ellenbogen, die bedingt ist durch Arbeiten an vibrierenden Maschinen.

Aus ärztlich, gutachterlicher Sicht ist neben der Notwendigkeit der arbeitstechnischen Voraussetzung wichtig, dass eine echte körpereigene Osteochondritis dissecans ausgeschlossen wird.

Hier ist es erforderlich auch andere Gelenke, die häufiger betroffen sind, wie Knie, Hüfte, Fuß mit zu röntgen. Liegen hier weitere freie Gelenkkörper vor, so ist ein beruflicher Zusammenhang sehr fraglich. Allerdings muss eine beruflich bedingte Verschlimmerung erwogen werden.

Eine weitere seltene Erkrankung im Bereich des Ellenbogens, die “Gelenkchondromatose“, muss ausgeschlossen werden.

Bei dieser seltenen Erkrankung, deren Ursache unbekannt ist, können Dutzende oder gar Hunderte kleine knorpelige Gelenkmäuse im Bereich des Gelenkes und besonders im Bereich der Kapsel, gefunden werden.

Bei dieser Erkrankung wird im Bereich der Gelenkkapsel das Deckgewebe in Knorpel und später in Knochen umgewandelt. Das Krankheitsbild ist gut von einer Pseudo-Osteochondrosis abzugrenzen.

Eine weitere Abgrenzung erfordert ein freier Gelenkkörper nach einem Knochenbruch. Auch nach Brüchen können sich Knochen-Knorpelteile aus gelenkbildenden Knochen des Ellenbogens lösen und wie ein freier Gelenkkörper bei Vibrationsschaden Symptome verursachen.

Der medizinische Gutachter wird hier in einer solchen Situation jedoch in aller Regel auch am knöchernen System des Ellenbogens weitere typische Traumafolgen finden können.

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