BK 2104 Krankheitsbild

Medizinische Erläuterung zur vibrationsbedingtem vasospastischen Syndrom (VVS)

Ein Betroffener schildert die Beschwerden bei der gutachterlichen Untersuchung:

….die Beschwerden betreffen den Mittel-, Ring- und Kleinfinger der rechten Hand . Die Schmerzen beginnen im Kuppengebiet des Kleinfingers und dehnten sich dann im Bereich der rechten Hand auf den Ring- und Mittelfinger aus. Er habe das Gefühl, dass die Finger dann wie in einem Schraubstock eingeklemmt wären

Er habe im Laufe der Zeit gemerkt, dass die Schmerzen vor allen Dingen in Kälte aufträten. Des Weiteren habe er gemerkt, dass er bei eingetretenen Beschwerden die betroffene rechte Hand langsam wieder aufwärmen müsse. Ein abruptes Wärmen der Hand, zum Beispiel in warmem Wasser, verstärke die Beschwerden ausgesprochen heftig.

Herr … führt aus,  keinen Wintersport mehr zu betreiben Er vermeide es auch, gerade im Winter, nach draußen zu gehen. Im Sommer treten fast keine Beschwerden auf

BetroffenerZonen des Schmerzes an der rechten (dominanten)  Hand

Diagnosestellung durch:

1. exakte Beschreibung der Symptome und Arbeitsanamnese (Geräte, Bedienung der Geräte….)

(In den meisten Fällen ist die dominante Hand ausschließlich betroffen, da mit der dominanten Hand der Haltegriff der vibrierenden Maschine fixiert wird. Betroffen sind hier schwerpunktmäßig Zeige-, Mittel-, Ring- und Kleinfinger)

wenn Diagnosestellung unsicher:

2.  Provokationstest in etwa 15 ° kaltem Wasser und dann Thermografie der Fingerkuppen

Abzugrenzen ist:

a) Morbus Raynaud: hier in der Regel beide Hände betroffen….nicht selten auch Zehen….häufiger jüngere Menschen befallen

b) Durchblutungs- und neurologische Störungen anderer Ursache (z.B. Thrombangitis oblitrans, hypothenar hammer syndrom , Gefäßverengungen der Armarterien)

Ursächlich entstehen die Veränderungen in den Gefäßen durch eine von den Vibrationen induzierte Verdickung und Übererregbarkeit der in den Blutgefäßen befindlichen kleinen Muskeln.

in Kürze:

Die Anfälle beim VVS können Minuten, aber auch Stunden anhalten. Störungen der Ernährung eines Fingers (sog. trophische Störungen) werden praktisch nie beobachtet. Betroffene vermögen die Dauer des Gefäßspasmuses durch Aufwärmen der betroffenen Gliedmaße zu verkürzen.

Bei unsicherer Diagnose, dann:

Provokationstest in etwa 15 ° kaltem Wasser und dann Thermografie der Fingerkuppen

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