BK 2113 Entstehung

Berufliches Karpaltunnelsyndrom (Entstehung)

Wie kann man sich die berufsbedingte Entstehung eines Karpaltunnelsyndroms vorstellen?

Durch den Karpaltunnel ziehen neben dem Nervus medianus auch neun Beugesehnen. Jede der Beugesehnen ist im Karpalkanal von einer sehr dünnen Hülle – der Synovialis – umgeben. Die Synovialis wird umgangssprachlich auch als Sehnenscheide bezeichnet.

Überbeanspruchungen dieses Sehnengleitgewebes (der Sehnenscheide) können zu Wucherungen des Gewebes und zu einer erheblichen Vermehrung des Inhalts im Karpaltunnel führen.

Der Karpaltunnel (Karpalkanal) kann aufgrund seiner Begrenzungen her nicht nachgeben. Der Karpaltunnel ist seitlich und am Boden von Knochen und an der Oberfläche von einem straffen Band begrenzt. Kommt es zu Anschwellungen im Karpalkanal, so resultiert ein chronischer Druck auf den Nervus medianus mit entsprechenden Beschwerden:

Diese Wucherungen der Sehnenscheiden können berufsbedingt verursacht werden durch:

  • immer wiederkehrende Tätigkeiten der Hände, bei denen besonders die Handgelenke gebeugt und gestreckt werden,
  • Tätigkeiten mit erhöhtem Kraftaufwand (kraftvolles Greifen),
  • Belastungen der Hand durch handgehaltene vibrierende Maschinen wie Motorsägen, Bohrer, Schleifer und dergleichen.

Hierbei ist hervorzuheben, dass das Risiko der Entstehung für die Entstehung des berufsbedingten Karpaltunnel–Syndroms besonders dann erhöht ist, wenn mehrere oben genannten Bedingungen zusammenwirken.

Hervorgehoben werden muss aber auch, dass Wucherungen der Sehnenscheiden durch eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Erkrankungen entstehen können!

Wie lange muss ein Beschäftigter den gefährdeten Tätigkeiten ausgesetzt gewesen sein, um ein Karpaltunnelsyndrom zu verursachen?

Für die Entstehung eines Karpaltunnel–Syndroms reicht eine recht kurze Expositionszeit mit der gefährdeten Tätigkeit aus. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Entstehung des Karpaltunnel–Syndroms und der entsprechenden beruflichen Belastung fordert für die Entstehung des Krankbeginns einen engen zeitlichen Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit.

Anders als bei einer BK 2101 wird aber nicht gefordert, dass erste Symptome eines Karpaltunnelsyndroms bereits kurz nach Aufnahme der gefährdenden beruflichen Tätigkeit einsetzen.

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