Erfahrungswerte_MdE

Für den Arzt der eine Begutachtung in der gesetzlichen Unfallversicherung durchführt ist es wichtig zu wissen:

eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) kann entstehen nach einem

  • Arbeitsunfall (z.B. Verlust des Daumens)
  • einer Berufskrankheit (z.B. BK 2103 mit Kahnbein-Falschgelenkbildung)

Bei der Schätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit, hat der Arzt sich nicht am erlernter oder am praktizierten Beruf des Verletzten zu orientieren. Auch nicht an einer Minderung des Einkommens, das der Verletzte erleidet.

Ab einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 20 % erhält der Verletzte eine Rentenzahlung. Eine MdE-Schätzung von 10 % kann im Einzelfall relevant sein, wenn ein Versicherter mehrere Unfälle erlitten hat.

Die Höhe der MdE (z.B. 20 v. Hundert) richtet sich abstrakt nach dem Teil des Arbeitsmarktes der aufgrund der Verletzungsfolgen oder aufgrund der Folgen der Berufskrankheit nicht mehr zugänglich ist!

Der wichtigste Anhaltspunkt für die Schätzung der Höhe der MdE sind die sogn. MdE-Tabellen (manchmal auch fälschlich Rententabellen) genannt.

Beispiel:

Daumenamputation_Grundgelenk 

Der obige Unfallverletzte hat eine Amputation des Daumens durch das Grundgelenk erlitten. Der Verlust des Daumens ist vollständig. Der Stumpf ist gut durchblutet, sensibel und kann gut eingesetzt werden.

Die MdE-Schätzung ist in diesem Beispiel relativ leicht. Der begutachtende Arzt hat zu prüfen:

nach den MdE-Tabellen entspricht die Unfallfolge in guter Näherung der Abb. ganz rechts. Die MdE-Schätzung hat daher auf 20 v. Hundert zu lauten.

(auf den folgenden Seiten sind die wichtigsten Erfahrungswerte bei Handverletzungen dargestellt!)

Erfahrungswerte MdE;    1    2    3    4    5    6    7    8    9    10

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