BK 2114 Hypothenar-Hammer-Syndrom

Das Hypothenar-Hammer-Syndrom
Aspekte der Begutachtung

Was versteht man unter einem Hypothenar-Hammer-Syndrom ?

Unter einem Hypothenar-Hammer-Syndrom versteht man einen durch Schlag (oder Schläge) mit derHand entstandenen Verschluss der Ellenschlagader am Handgelenk.

Um das Hypothenar-Hammer-Syndrom zu verstehen, ist die Kenntnis der Arterien an der Hand Voraussetzung:

Hand_BlutgefaesseDie Abb. links zeigt vereinfacht die Versorgung der Hand mit arteriellem Blut. Auf der Seite des Daumens (radial) findet man die von der Puls-Tastung her gut bekannte Speichen-Schlagader.

In der Medizin heißt die Speichen-Schlagader Arteria radialis.

Auf der Seite des Kleinfingers (ulnar) kann man eine zweite Arterie tasten, die gemeinsam mit der Arteria radialis die Hand mit mit sauerstoffreichem Blut versorgt.

Dies ist die Ellenschlagader oder die Arteria ulnaris. Beide Arterien sind über einen oberflächlichen Hohlhandbogen (in der obigen Abb. gezeichnet) und einen tiefen Hohlhandbogen miteinander verbunden.

Wie kann man sich die Entstehung eines Hypothernar-Hammer-Syndroms erklären? 

Hand_ArterieDie Abb. der Hand zeigt – rot gestrichelt – den Verlauf der Ellen-Schlagader (Arteria ulnaris) an der Hand. In dem Verlaufsstück zwischen den blauen Pfeilen liegt die Ellenschlagader (A. ulnaris) einem Handwurzelknochen (Hamatum = Hakenbein) dich auf.

Manche handwerklich tätigen Menschen benutzen – wenn kein richtiger Hammer zur Verfügung steht – die Hand als Ersatz für einen Hammer. Dabei schlagen sie oft mit dem Kleinfinger-Ballen auf einen Gegenstand. Dabei prallt die Hand oft gerade in dem Bereich zwischen den blauen Pfeilen auf den zu schlagenden Gegenstand.

Wird die Hand auf eine solche Weise fehl gebraucht, so wird bei jedem Schlag die Ellen-Schlagader zwischen dem geschlagen Gegenstand und dem Handwurzelknochen Hamatum gequetscht.

Die als Hammer missbrauchte Hand quetscht die Arteria ulnaris auf den Amboss Hamatum (das Hamatum = Hakenbein ist einer von 8 Handwurzel-Knochen)

Was geschieht bei dieser Quetschung mit der Arteria ulnaris? 

 Die Blutkörperchen sind in der Blutflüssigkeit (Blutplasma) gelöst.

Voraussetzung für einen ungestörten Blutfluss ist, dass die Innenwand der Blutgefäße ganz glatt ist.

Wird die Hand als Hammer missbraucht, so kann es an der Innenwand der Arteria ulnaris zu kleinen Einrissen kommen.

An diesen geschädigten Teilen der Innenwand der Arterie können sich kleine Blutgerinnsel (Thromben) festsetzen.

Häufen sich die Schläge, so nehmen auch die Schäden an der Arterien-Innenwand zu und damit auch die Anzahl der kleinen Blutgerinnsel.  Dies kann soweit gehen, dass die Arteria ulnaris im Bereich der Schlagstelle völlig verschlossen (thombosiert) wird!

Wird dann die Hand nicht mehr durchblutet?

Thrombose_UlnarisDie Abb. zeigt eine Gerinnsel-Bildung (Thrombose) in der Arteria ulnaris wie sie beim Hypothenar-Hammer-Syndrom auftritt.

Das thrombosierte  Stück der Arterie ist schwarz hervorgehoben!

Die Hand ist aufgrund des Ausfalls einer Arterie (Arteria ulnaris) erheblich minderdurchblutet.

Die Speichenschlagader (Arteria radialis) versorgt die Hand noch gerade hinreichend mit Blut, so das es beim Hypothenar-Hammer-Syndrom fast nie zum Absterben (Nekrose) einzelner Finger kommt.

Wohl aber sind die ellenseitigen Finger oft deutlich minder durchblutet. Dies zeigt sich besonders bei Kälte oder wenn die Hand belastet wird.

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