Kahnbein

Die Begutachtung des Kahnbeinbruches und seiner Folgen sind in einer Vielzahl von Aspekten recht problematisch.

Gerichte und Berufsgenossenschaften legen dem ärztlichen Sachverständigen häufig folgenden Fragen vor:

  • Ist der Unfallhergang geeignet, einen Kahnbeinbruch zu verursachen?
  • Ist auf den Röntgenbildern kurz nach dem Unfall ein Kahnbeinbruch zu erkennen?
  • Ist der auf den Röntgenbildern erkennbare Kahnbeinbruch frisch oder älter?
  • Ist die jetzt erkennbare Zweiteilung des Kahnbeines (Kahbeinpseudarthrose) Folge des Unfalles vom …?
  • Ist die jetzt festgestellte Kahnbeinpseudarthrose (Falschgelenkbildung) Folge einer Berufskrankheit nach BK 2103 (Arbeiten mit Druckluftwerkzeugen)

Und im Rahmen eines behaupteten  ärztlichen Behandlungsfehlers wird auch die Frage gestellt:

  • Konnte auf den primär angefertigten Röntgenbildern der später diagnostizierte Kahnbeinbruch erkannt werden?

Um die Antworten auf diese Fragen auch einem nichtärztlichen Leser verständlich zu machen, ist es notwendig eine medizinische Erläuterung zum Kahnbein, zur Kahnbeinfraktur und zur Kahnbeinpseudarthrose voranzustellen:

Jener Bereich, den wir umgangssprachlich das Handgelenk nennen, ist kein einheitliches Gelenk, in dem einfach zwei Knochen über eine knorpelige Verbindung aneinander stoßen. Das Kahnbein ist einer von 8 Handwurzelknochen und damit ein Teil des Handgelenkes

HandgelenkDas Handgelenk ist ein recht komplex aufgebautes Gelenk, an dem die beiden Unterarmknochen Speiche und Elle sowie acht Handwurzelknochen und die Mittelhandknochen vom Daumen und den Fingern beteiligt sind

In Kürze:

Gelenk_einfachSo ist ein einfaches  Gelenk aufgebaut:

zwei Knochen sind beweglich über eine Knorpelschicht (blau) miteinander verbunden.

Kahnbein_RöntgenbildDas Handgelenk ist jedoch ein recht komplex aufgebautes Gelenk:

Das Kahnbein ist Teil des Handgelenkes und einer von 8 Handwurzelknochen

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Handgelenk_Grafik

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