Ulnaris

Schädigung des Ellennervs (Nervus ulnaris)

Aspekte der Begutachtung

Der Ellenerv (N. ulnaris) läuft an der Innenseite des Ellenbogens in einer knöchernen Rinne. Er ist hier sowohl bei versicherter Tätigkeit, als auch in Alltagsituationen einer Vielzahl von gefahren ausgesetzt.

Nrvus_UlnarisDie Abb. zeigt den Ellennerven (Nervus ulnaris) in der Ellenrinne während einer Operation

Aus medizinischer gutachterlicher Sicht kann der Ellennerv an dieser Stelle auf verschiedene Weise bei versicherter Tätigkeit geschädigt werden:

1. Direkte Durchtrennung des Ellennervs

2. Langfristige Druckschäden und Zugschäden des Nervs bei Frakturen am Ellenbogen, die in Fehlstellung verheilen

3. Schädigung durch einen einmaligen Unfall, der den Ellennerv direkt in der Ellenrinne verletzt (Kontusionstrauma)

4. Chronische Druckschädigung des Ellennervs im Sinne einer BK 2106

Der Ellennerv erkrankt an dieser Stelle jedoch auch sehr häufig aus innerer Ursache. Beispielsweise durch krankhafte Veränderungen der Ellenrinne oder Veränderungen der Bänder und Muskeln, die den Ellennerv in der Ellenrinne und in der körpernahen Unterarmmuskulatur bedecken.

Völlig unabhängig vom Entstehungsmechanismus der Schädigung des Ellennervs sind die medizinisch feststellbaren Symptome gleich:

Man findet an der Ellenseite der Hand, besonders am 4. und 5. Finger, eine Sensibilitätsminderung. Bei vollständigem Ausfall des Ellennervs an dieser Stelle auch einen vollständigen Sensibilitätsverlust.
Bei leichten Schädigungen des Ellenervs finden sich in der ellenseitigen Handregion und am 4. Finger “nur“ Missempfindungen, die bei starker Beugung des Ellenbogens oder Beim Aufstützen verstärkt werden.

Bei weitgehendem oder vollständigem Ausfall des Ellennervs kommt es neben dem Sensibilitätsverlust am 4. und 5. Finger auch zu einem Funktionsverlust vieler kleiner Handmuskeln. Es entwickelt sich eine krallenartige Stellung der Hand, das An- und Abspreizen der Finger und besonders des Daumens ist erheblich erschwert, oder unmöglich.

KrallenhandDie Abb. zeigt eine krallenartige Stellung der Hand bei vollständigem Ausfall des Nervus ulnaris (Ellennerven)

Nach direkten Durchtrennungen des Ellennervs oder auch bei scheren Kontusionsschäden am Nerv lässt sich an der Schädigungsstelle eine knotenartige Auftreibung des Nervs feststellen.

Diese knotenartige Auftreibung wird Neurom genannt. An der Stelle des Neuroms lässt sich ein elektrisierender Schmerze bei Berühren und Beklopfen auslösen. Dieses Zeichen wird in de Medizin als Hoffmann Tinel’sches Zeichen bezeichnet.

in Kürze:

Der Ellennerv (Nervus ulnaris) kann an Hand und Arm auf vielfältige Weise bei versicherter Tätigkeit geschädigt werden.

Die dabei entstehenden Funktionsstörungen können recht gravierend sein.

Die Problematik der Begutachtung besteht darin, dass Schäden am Nervus ulnaris (Ellennerv) auch recht häufig aus innerer Ursache entstehen. Die Schäden aus innerer Ursache habe eine ähnliche Symptomatik wie die traumatischen Schäden.

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