Ulnaris Druckschaden

Druckschädigung des Ellennerven (Nervus ulnaris)

nach Frakturen und Luxationen am Ellenbogen

Der Ellenbogen ist nach der Hand und dem Handgelenk bei Stürzen vielfältigen Verletzungen ausgesetzt. Wird der Sturz nicht mit der gestreckten Hand, sondern mit dem angewinkelten Unterarm abgefangen, so entstehen häufig komplexe Frakturen oder gar Verrenkungen des Ellenbogengelenkes.

img10Die Abb. links zeigt das Röntgenbild eines normalen Ellenbogens

Fraktur_EllenbogenBei Frakturen in Bereich des Ellenbogens – Abb. links – gerät der Ellennerv unter heftigen Zug, da er unmittelbar den Knochen anliegt.

Verbleibende Schädigungen des Nervus ulnaris sind nicht selten!

Bei diesen Luxationen (Verrenkungen) wird der Nerv oft primär stark gezerrt. Typisch ist, dass sich zunächst die Symptomatik nach anfänglichem Gefühlsausfall häufig wieder bessert.
Schädigungen des Ellennervs nach Unfällen entwickeln sind dann nach einer anfänglichen Besserung oder gar Normalisierung, oft schleichend progredient über viele Jahre.

Besonders Fehlstellungen im Sinne eines X – Ellenbogens nach einer Fraktur führen zu einem konstanten Zug auf den Nerv mit einer ganz allmählich immer schlechter werdenden Nervenfunktion.

Die Zusammenhangsfrage ist bei Frakturen mit erheblichen Knochenverschiebungen leicht zu bejahen. Liegen auch angeborene Variationen (z.B. X-Ellenbogen) vor, so ist die Situationsanalyse der Gegenseite oft hilfreich.

Bei Schätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) sind hier neben dem Funktionsausfall des Ellennerven, die begleitenden Bewegungsstörungen ald Folge der Frakturen oder Luxationen am Ellenbogengelenk mit zu berücksichtigen.

Ein kompletter Ausfall des Ellennervs, der mit einer MdE von 25 v. H. im Bereich des Ellenbogens bewertet würde, lässt sich allerdings nur ganz selten feststellen. Meist handelt es sich hier um Teillähmungen, die entsprechend bei der MdE – Schätzung als geringer zu berücksichtigen sind.

In Kürze:

Frakturen in der Nähe des Ellenbogen können den Ellennerven (Nervus ulnaris) sowohl direkt schädigen, als auch durch eine Fehlstellung des Knochens eine Nervenschädigung verursachen, die erst viele Jahre nach dem Unfall manifest wird.

Die MdE-Schätzung ist meist zusammengesetzt aus dem (Teil)Verlust der Nervenfunktion und der Bewegungsstörung als folge der Fraktur

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