BK 2113 häufige Fragen

Häufige Fragen im Zusammenhang mit der Berufskrankheit (BK 2113) Karpaltunnelsyndrom

Frage 1

Muss sich – für die Anerkennung die Anerkennung eines Karpaltunnelsyndroms als Berufskrankheit – die Krankheit innerhalb weniger Monate nach Aufnahme der beruflichen Tätigkeit entwickelt haben?

Antwort:

Nein! Die Entwicklung eines Karpaltunnelsyndroms – zum Beispiel nach 20 Jahren einer gefährdenden beruflichen Tätigkeit – ist kein Grund, die Erkrankung als berufsbedingt abzulehnen!

Zur sogenannten beruflichen Exposition ist folgendes wichtig zu verstehen: ein berufsbedingtes Karpaltunnelsyndrom (BK 2113) kann sich bereits nach wenigen Monaten nach der Aufnahme einer gefährdenden beruflichen Tätigkeit einstellen. Es kann jedoch auch im Verlaufe einer Jahrzehntelangen beruflichen Tätigkeit entstehen!

Frage 2:

Kann ein Karpaltunnelsyndrom auch noch nach Beendigung einer gefährdenden beruflichen Tätigkeit entstehen?

Antwort:

Es ist durchaus möglich, dass berufsbedingt ein Karpaltunnelsyndrom innerhalb von 12 Monaten nach Aufgabe der beruflichen Tätigkeit entsteht. Entsteht ein Karpaltunnelsyndrom mehr als ein Jahr nach Aufgabe der gefährdenden beruflichen Tätigkeit, so macht dies die berufliche Verursachung des Karpaltunnelsyndroms nicht gerade wahrscheinlich. Ausdrücklich ist das spätere Auftreten eines Karpaltunnelsyndroms – länger als ein Jahr nach Aufgabe der beruflichen Tätigkeit – jedoch kein Ausschlusskriterium.

Frage 3:

Kann durch häufiges Bedienen (Klicken) der Computermaus oder dem Bedienen einer PC-Tastatur ein beruflich verursachtes Karpaltunnelsyndrom entstehen?

Antwort:

Das häufige Klicken einer Computermaus und / oder Bedienen einer PC Tastatur, wird von vielen Betroffenen als Verursacher eines beruflich bedingten Karpaltunnelsyndroms vermutet.

Nach derzeitigem wissenschaftlichen Erkenntnisstand liegen jedoch keine gesicherten Erkenntnisse darüber vor, dass zwischen einer häufigen Tätigkeit am Computer (Tastatur- und Mausbedienung) ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Im Einzelfall muss dies jedoch geprüft werden, ob besondere Situationen am Arbeitsplatz vorliegen!

Frage 4

Was versteht man unter gefährdenden Tätigkeiten im Sinne eines Karpaltunnelsyndroms?

Unter einer gefährdenden Tätigkeit – für die Entwicklung eines Karpaltunnelsyndroms – versteht man alle mit den Händen durchgeführten Arbeiten, die

eine häufige Beugung und Streckung im Handgelenk,

einen erhöhten Kraftaufwand der Hände (zum Beispiel beim kraftvollen Greifen) erfordern.

Gefährdend sind auch Einwirkungen von Geräten mit vibrierenden Schwingungen (zum Beispiel Bohrer, Kettensägen, Schleifhexe……).

Besonders wenn mehrere gefährdende Faktoren zusammenkommen, ist das Risiko einer berufsbedingten Entwicklung eines Karpaltunnelsyndroms (Berufskrankheit 2113) besonders wahrscheinlich.

Frage 5:

Kann es durch Einwirkung von vibrierenden Maschinen – zum Beispiel Schlagbohrer, Schleifhexe, Abbauhämmern…..- auch zur Entstehung anderer Berufskrankheiten kommen?

Ja! Bei langjähriger Exposition mit vibrierenden Maschinen kann eine Berufskrankheit 2103 auftreten.

Frage 6:

Kann ein berufsbedingtes Karpaltunnelsyndrom auch an beiden Händen auftreten?

Ja! Dies ist keineswegs selten. Bei berufsbedingtem Karpaltunnelsyndrom wird jedoch meist die stärker belastete Hand zuerst erkranken. Bei den meisten Menschen ist dies die dominante rechte Hand.

Im Einzelfall – zum Beispiel bei besonderen beruflichen Anforderungen – kann jedoch auch die linke Hand zuerst erkranken.

Frage 7:

bei nachgewiesener beruflicher Verursachung eines Karpaltunnelsyndroms wird die Erkrankung ab welchem Zeitpunkt anerkannt?

In der Regel erfolgt die Anerkennung eines beruflich verursachten Karpaltunnelsyndroms zu jenem Zeitpunkt, an dem die Erkrankung durch eine ärztliche Untersuchung eindeutig nachgewiesen wurde.

Frage 8:

Erhält man bei beruflich verursachtem Karpaltunnelsyndrom eine Rentenleistung?

Eine Rentenleistung bei einer Berufskrankheit hängt im Einzelfall von der Minderung der Erwerbsfähigkeit ab, die die berufsbedingte Erkrankung verursacht. Im Falle eines Karpaltunnelsyndroms kann die Minderung der Erwerbsfähigkeit stark schwanken.

Zum Beispiel durch operationsbedingte Komplikationen oder durch einen beidseitigen Handbefall. Die Minderung der Erwerbsfähigkeit kann nur im Einzelfall – nach vorausgehender ärztlicher Untersuchung – festgelegt werden. Die Minderung der Erwerbsfähigkeit wird von der Berufsgenossenschaft – meist nach einer vorausgegangenen fachärztlichen Untersuchung – festgelegt.

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